Mehrwertsteuer auf grenzübergreifende elektronische Dienstleistungen – der Mini One Stop Shop (MOSS)

Allgemeine Versammlung vom 18. September 2019

In seinem Bericht an das Föderalparlament hat der Rechnungshof geprüft, ob der FÖD Finanzen angemessene Maßnahmen zur Einführung der neuen Mehrwertsteuerregelung für grenzübergreifende elektronische Dienstleistungen getroffen hat. Er hat festgestellt, dass die organisatorischen Aspekte - Registrierung von Steuerpflichtigen und Überwachung von Erklärungen und Zahlungen - ausreichend entwickelt wurden. Was die Kontrollpolitik betrifft, ist es aber nicht der Fall. Die Prüfungshandlungen zur Aufdeckung der Dienstleister, die der Regelung entgehen, sollten verstärkt werden. Auch die Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit bei der Überwachung von in Belgien mehrwertsteuerpflichtigen ausländischen Dienstleistern sollten besser genutzt werden. Der Umfang des MOSS, der mehr als 100 Millionen Euro Mehrwertsteuereinnahmen pro Jahr ausmacht, bleibt zurzeit beschränkt. Ab 2021 wird die Regelung aber auf den gesamten grenzübergreifenden elektronischen Handel ausgeweitet werden, so dass die finanziellen Risiken und die Verantwortung der Steuerverwaltung für die Einhaltung der Rechtsvorschriften exponentiell zunehmen werden.